Sei wachsam!
Alle drei Tage tötet ein (Ex-)Partner eine Frau in Deutschland. 132 Frauen im Jahr 2024. Alle 2,8 Minuten ist eine weibliche Person Opfer häuslicher Gewalt. 187.128 waren es 2024. Jede dritte Frau erlebt geschlechtsspezifischer Gewalt. (BKA)
Aber erleben wir das so in der Gesellschaft?
Ein Nachruf an der Bushaltestelle: „Na Süße“, kann die Gesellschaft womöglich wahrnehmen. Mitmenschen können reagieren und Hilfe anbieten, bleibt jedoch eher ein Einzelfall.
„Er drückt mich an die Wand und möchte die Macht ergreifen. Ich möchte nicht, schaffe es aber nicht, mich zu wehren.“ Solche Beispiele passieren jedoch eher nicht in der Öffentlichkeit, wodurch die Sichtbarkeit geringer und schwieriger wird. Hier fangen Probleme an.
Mit einer Gewalterfahrung, die im geschlossenen Raum stattfindet, bin ich allein. Mir fehlt jemand mit gleicher Erfahrung. Ein Austausch mit anderen Betroffenen, der nötig ist, um meine Hürde zu überwinden, bleibt aus. Also verstumme ich und schiebe die einmalige Erfahrung so gut es geht beiseite. Hoffe, dass es bei einmal bleibt.
Immer wieder bleibt es jedoch nicht bei einmal:
Die Tötung der Frau aufgrund ihres Geschlechts (Femizid) ist die höchste Form der Gewaltauslebung.
Das Problem: Gerichte nehmen Femizide häufig nicht als solche wahr. Die genaue Begriffsdefinition fehlt. Man wertet sie als Totschlag oder Mord. Dadurch lässt sich aus dem Urteil leider nicht eindeutig auf einen Femizid schließen. Bedeutet weniger Sichtbarkeit für Femizide in der Gesellschaft.
Die Idee, etwas zu verändern, besteht! Wir können aber mehr tun!
In einer Alltagssituation fällt dir eine heikle Situation auf. Du siehst evtl. das internationale Handzeichen:

Das ist das Signal for help. Wenn du das siehst: reagiere. Rufe die Polizei und suche, wenn möglich, das Gespräch.
Wichtig ist, die Gesellschaft mit dem Thema zu erreichen und dafür zu sensibilisieren.
Der Orange Day (25. November) ist eine Möglichkeit. Nachrichten machen auf diesen Tag aufmerksam und es gibt verschiedene Veranstaltungen zum Thema Gewalt gegen Frauen. Willst du auf das Thema aufmerksam machen? Hier ein paar Ideen, etwas zu bewegen:
– Informier dich, welche Arten der Gewaltform gibt es
– Orange tragen, somit ein Zeichen setzen
– Im eigenen Job darauf aufmerksam machen
Städte färben manche Sitzbänke orange und orange Lichter werden angemacht.

Betroffene Frauen selbst können sich Unterstützung in Frauenhäusern suchen. Dort ist es den Betroffenen möglich, anonym in einer Übergangsbleibe zu wohnen. Für den ersten Schritt ist es auch möglich, ein Hilfetelefon in Anspruch zu nehmen. Dies ist erreichbar unter der Nummer 116 016. Erreichbar 24/7, kostenlos und anonym.
Sei wachsam; agiere, wenn nötig, und schaue nicht weg. Es gibt Wege, zu helfen!